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Die Erstattung der Versandkosten - Teil 4 der Serie zum neuen Widerrufsrecht

Zu Zeiten des alten Verbraucherwiderrufsrechts waren die Kosten für den Hin- und Rückversand der Waren ein intensiv diskutiertes Thema und zudem Gegenstand einiger höchstrichterlicher Entscheidungen. Nach dem neuen Widerrufsrecht muss weiterhin zwischen den Kosten für die Hinsendung und den Kosten für die Rücksendung der Waren unterschieden werden. Allerdings räumt das Gesetz nun dem Händler die Möglichkeit ein, die Kosten für die Rücksendung vertraglich dem Verbraucher aufzuerlegen. Diese und weitere Fragen werden in diesem sowie im nächsten Beitrag ausführlich beantwortet.

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Freie Wahl der Rücksendung

Beitrag von Irina Büx
26.03.2021, 12:00 Uhr

Hallo,

ich habe gerade folgendes Problem:

Ich habe bei einem Versender einen Teilwiderruf für eine 4-teilige Bestellung angemeldet. Die Versandkosten wurden anhand des Warenwertes gestaffelt berechnet (>500€ = 60€ Versand). Offenbar erfolgen deren Zustellungen normalerweise per Spedition (also als "nicht paketversandfähige Waren"?). Tatsächlich wurden die vier Produkte aber einzeln per DHL als "normale" Pakete zugestellt. 

Ein Produkt (das größte) behalte ich. Ein Produkt habe ich vor Versand widerrufen. Die anderen beiden Produkt habe ich nach Ankunft widerrufen und möchte sie nun zurücksenden. 

Problem:

Der Händler verlangt, dass ich die Rücksendekosten trage, die er in seiner Widerrufsbelehrung gestaffelt nach Warenwert angegeben hat (ab 150€ Warenwert = 27€). Diesen Betrag (27€) will er mir bei der Kaufpreiserstattung abziehen und hat mir zwei Retourenscheine für DHL-Pakete (je 5,99€) zugeschickt. Ich bin damit nicht einverstanden, will die Rücksendung selbst organisieren (natürlich auch DHL zu je 5,99€) und stattdessen den gesamten Kaufpreis zurückerstattet haben. 

Ich hätte Verständnis dafür, wenn tatsächlich eine Spedition die Produkte geliefert hätte und wieder abholen müsste/würde. Stattdessen verursacht der Hinversand 4 x 5,99€ und der Rückversand 2 x 5,99€ Kosten bei DHL, also knapp 36,-€, ich soll aber insgesamt 87,-€ dafür zahlen.

Soweit ich das verstanden habe, bin ich in der Wahl der Rücksendung doch frei. Muss ich dennoch eine undurchsichtige Pauschale akzeptieren und die zugesandten Reourenaufkleber verweden?

Im Übrigen stimmen die Erstattungsbeträge allesamt nicht und zur Erstattung meiner Hinsendekosten habe ich noch keine Reaktion bekommen.

Viele Grüße

Online-Sales

Beitrag von Sergej
17.06.2020, 19:16 Uhr

Guten Tag, zu Punkt 12 habe ich eine weitere Frage. Wenn der Shop-Betreiber ab einem bestimmten Warenwert (zum Beispiel 50,-€) keine Versandkosten berechnet (unter 50,-€ Warenwert werden Versandkosten in Hähe von 5,-€ berechnet), der Käufer sich jedoch für einen Express-Versand (für 10,-€) entscheidet und seine bestellte Ware einen Preis von 100,-€ hat. Muss dann bei einer Rücksendung der Express-Versand gar nicht mehr erstattet werden? Also erhält der Käufer nur 90,-€ zurück?

Mit freundlichen Grüßen, Sergej

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Beitrag von Michael Stötzel
20.07.2016, 13:20 Uhr

Hallo, wie sieht es denn mit den Versandkosten für den Rückversand und Austausch beim Lieferanten oder Hersteller aus? Wer muss diese Kosten tragen? Oft muss die Ware ja für eine Gutschrift oder eine Reparatur zum Hersteller zurück, von diesem wieder zum Verkäufer und von dort zum Kunden. Dadurch entstehen sehr hohe Versandkosten, da mindestens 3 Transportwege vom Verkäufer zu tragen wären. Gruß Michael

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